Cognitive Science > Motivation & Persönlichkeit II > Systemebene 2 - Temperament

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Contents

[edit] 2 Komponenten

  • motorische Aktivierung vs. sensorische Erregung
    • subaffektive Prozesse: bewirken unspezifische Bahnung, aber keine feste Anreizbindung an Objekte

[edit] Motorische Aktivierung - impulsiv, launisch, opportunistisch

  • globale Aktivierung wird aus verschiedenen Quellen gespeist
    • körperliche Aktivität
    • positive Anreize
    • Ärger
    • Ziele
  • und wirkt unspezifisch
    • auf Verhaltensweisen
    • Ziele
    • Objekte
  • Erkennung von Verhalten, das durch globale Aktivierung statt festen Anreizen gebahnt wird
    • geringe Objektloyalität ("inkonsistent")
      • "Zufallsziele" gebahnt
      • → Flexibilität
    • "Zufallsaffekte"
      • → Impulsivität, aktuelle Affekte aktiviert
    • opportunistisch (situationsabhängig)
      • "Zufallsroutinen" verstärkt
      • Chancen nutzend
    • intuitiv spontan (statt objektgebunden)
      • unbewusste, indirekte Wahrnehmung des dorsalen Systems verstärkt
      • → Sind temperamentvolle Menschen intuitiver?

[edit] Globale Aktivierung erleichtert Orientierung an intuitiver Wahrnehmung

  • Experiment: Ziffernerkennung
    • verschwommen in einer Bedingung
    • Reaktionen durch IVS statt OES
    • hohe Aktivierung erhöht bei allen Leistung
      Extro & Intro

[edit] Erregung - sensibel, genau, nervös

  • bahnt bewusste, objektorientierte ("ventrale") Verhaltenssteuerung
  • (T-) → negativer Affekt, Selbstwahrnehmung, OES
  • solang Probanden auf Objekte reagieren sollen, ist auch IVS aktiv
  • Broadbent, Gregory (1965)
    • Objekte merken (nicht erkennen)
    • induzierte Erregung verbesserte Erinnerung
    • sobald Eigenschaften wie Farbe mitgemerkt werden sollten, verschwand der Effekt
  • sensorische erregung fördert OES, d.h. Abstraktion vom Kontext

[edit] Psychophysiologische Separierung der beiden

  • höhere sens. Err. (Intro) → erleichterte Reizverarbeitung (OES)
  • höhere motor. Akt. (Extro) → erleichtert Reaktionsseite (IVS)
  • durch verschiedene hirnanatomische Systeme vermittelt

[edit] Befunde

  • Sensorische Erregung
    • Erleichtert das Erkennen von klar aus ihrem Kontext hervortretenden, bewusst erlebbaren Objekten
      (Broadbent & Gregory, 1965)
    • Behindert ab einer kritischen Intensität die Verarbeitung peripherer Kontextmerkmale
      (Easterbrook, 1959)
    • Überkritische Erregung führt zu einer Vermeidungsreaktion
      (Geen, 1984: bei I.beginnt die Vermeidungsreaktion bereits bei geringeren Intensitäten als bei E.)
    • Zeigt sich im EEG anders (reizsynchronisierte EKP) als motorische Aktivierung (reaktionssynchronisiertes BP)
      (Rammsayer & Stahl, 2004)
    • Aktiviert nicht Verhalten
      (Hackley & Valle-Inclan, 1998)
    • Fördert nicht die implizite Wahrnehmung des intuitiven Verhaltens
      (Matthews et al., 1990)
  • Motorische Aktivierung
    • Fördert Erkennen unscharfer Objekte
      (Matthews et al.,)
      (Vgl. dors. Wahrnehmung): nur während der Ausführung (Goodale & M., 1992)
    • Aktivierung lässt sich im Selbsterleben faktorenanalytisch von Erregung trennen (z. B. "tatkräftig" und "nervös" laden orthogonalen Faktoren
      (Thayer, 1978)
    • Steigt in subjektiven Urteilen (z.B. "Ich fühle mich aktiv." z.B. nach dem Spazierengehen)
      Sensorische Erregung z.B. vor einer Klausur
    • Beruht auch bei Tieren auf einem neurobiologisch anderen System (mit anderen Transmittern: z. B. Dopamin) als Sensorische Erregung (Noradrenalin)
      (Pribram & McGuiness, 1975)

[edit] Übererregung & Überaktivierung haben unterschiedliche Wirkung

  • ÜE
    • Beachten von Kontextmerkmalen erschwert
      OES Fixierung, verzerrt Zeugenaussagen
    • Beachten emotionaler Begleitmerkmale, die für Empathie wichtig sind, erschwert
      Tonfall, Anspielungen
    • Relativierung schlimmer Erfahrungen erschwert
      Übergeneralisierung, Katastrophisierung
    • nachweisliche Entspannung: autogenes Training
  • ÜA
    • Hyperaktivität
      impulsives Verhalten, "Aufmerksamkeitsstörungen"
    • Entwöhnung fällt schwerer
    • Selbstkongruenzprüfung erschwert
      man tut vieles, was man später bereut

[edit] Wird Selbstkongruenz & Persönlichkeitsentwicklung verhindert?

  • ÜE
    • Affektbindung erschwert
    • Aufmerksamkeitsreduzierung auf zentrale Elemente (→ Zeugenaussagen)
  • ÜA
    • voreiliges Handeln erschwert Selbstkompatibilitätsprüfung
    • schwaches Selbst wird schon von schwacher (positiver) Macht erdrückt
    • gute Absichten halbherzig umgesetzt